Nenn mich Hexe

Natürlich ist das nicht mein Geburtsname, ich hab ihn mir auf dem Weg, hm, na sagen wir mal: „erworben“. Erworben stimmt natürlich nicht wirklich, oder sagen wir, nicht für alle. Manche würden es wie folgt beschreiben: ich hab ihn mir erarbeitet, hab ihn erhalten, ihn mir verliehen, ihn verliehen bekommen – je nachdem aus welcher Perspektive du es betrachtest, hast du vermutlich deine ganz persönliche Meinung über meinen Erhalt dieses Namens. Darf sein. Macht mir nix. Ich mag mich nicht länger aufhalten (lassen) von Wortklaubereien. Zu lang hab ich nach den Passenden gerungen, den richtigen, den rechten Worten für dich und für mich und dabei ganz übersehen – dass die Unpassenden meist die waren, die etwas in Bewegung gebracht haben und ich es für gewöhnlich gerne mag, etwas in Bewegung zu wissen. Hexe sein heißt für mich, sich selbst kennengelernt zu haben und niemals aufhören damit, sich selbst zu erkennen, zu erforschen, zu entdecken, was inne wohnt und was sich im Außen zeigt. Agieren, Reagieren, im Wechselspiel. Eine Schicht nach der anderen abtragend von dem, was die Zeit angehaftet hat und wir an uns genommen. Im Glauben, dass es richtig ist, passend. Im Unwissen darüber, dass sich das Passende fürs Ich, für sich, erst mit den Jahren einstellt und der Weg dorthin der jeweils ganz persönliche ist.

Ich bin Stefanie Kurz: Hexe. Und du, kannst mich nennen wie du willst und mich nehmen wie ich bin oder auch nicht. Ganz wie du magst :) Und so, wie es für dich passt. Oder eben nicht. Für den Moment. Und halte im Sinn: was heute stimmt, kann morgen schon der Anlass sein für ein anderes Denken, ein anderes Handeln, ein anderes Sein.